michel nedjar - animo.!
31.5.08 – 31.12.08
Nedjar zählt unumstritten zu den bedeutendsten lebenden Künstler*innen der französischen Art Brut. Puppen, die ihn auf seinen Reisen nach Mexiko und Guatemala faszinierten und für ihn seine erste Begegnung mit Hoher Magie, Handwerkskunst, Barock und Tod bildeten, inspirierten ihn 1976 zu den ersten aus Abfallmaterial gefertigten Fetisch-Figuren. Zur selben Zeit begann er auch wieder eifrig zu zeichnen. Rasche Arbeiten, ohne Ausbesserungen, ohne „Reuestriche“. Nedjars materielle Interventionen und formelle Variationen sind endlos und polyvalent, seine Ikonen jedoch konstant – sie bestehen aus einer Reihe von Figuren, die auf endlose Weise wiederholt werden: Gesichter und Masken, menschliche Körper, Mumien, Stockfiguren und Silhouetten, bestimmte Tiere und Vögel. Nedjars Atelier ähnelt einer Höhle, in dem die mumienartigen Puppen zu Hunderten von der Decke hängen. Dies wurde in der Ausstellung auch mit 50 Exemplaren nachempfunden. Die Exponate wurden in seinem Atelier aus etwa 3000 Werken ausgewählt.
Die Ausstellung würdigte das Schaffen des Künstlers und seine Bedeutung nicht nur für die Art Brut, sondern auch für die Kunst der Gegenwart.