07.10.2010 – 20.03.2011

Längliche textile Skulptur aus eng umwickelten Fäden und Stoffen in Gelb, Rosa, Grün und Blau, mit einer zentralen, kugelförmigen Verdichtung auf schwarzem Hintergrund
© Judith Scott, Ohne Titel, 1993 _Creative Growth Art Center, Oakland. Foto museum gugging

Die Objektkünstlerin Judith Scott (1943 Cincinnati, Ohio – 2005 Oakland, Kalifornien), deren Werk erstmalig in Österreich eine große Einzelausstellung gewidmet wurde, lebte, nach 35 Jahren der  Isolation aufgrund der Diagnosen Down-Syndrom und Taubheit, ihr Talent im Umgang mit Garnen, Stoffresten und Alltagsmaterialien im Creative Growth Art Center in Oakland, Kalifornien, aus. Nach einem Besuch bei der Künstlerin Sylvia Seventy fand Judith Scott zu ihrem völlig eigenständigen, von großer Ausdruckskraft gekennzeichneten Stil. Sie nahm Wolle, Zwirn und Faden – oft als „weibliche“ Utensilien interpretiert – und verwob die textilen Fundstücke zu grandiosen organischen Skulpturen. Sie umwickelte, verschnürte, verband, deckte zu – Gegenstände des täglichen Lebens verschwanden unter den dicken Schichten farbkräftiger Gebinde. Sie schuf damit Objekte, wie sie in der Kunstgeschichte bis dahin nicht zu finden waren.

Die gezeigten Werke entstammten der Sammlung des Creative Growth Art Center sowie privaten Sammlungen.

 

Die Werke von Judith Scott wurden zusammen mit shields.!, Schilden aus dem Hochland von Neuguinea, gezeigt. Hier traf also eine Künstlerin aus dem 20. Jahrhundert, die mit einem immer noch als „weiblich“ geltenden Material, der Wolle und dem Zwirn, arbeitete, auf eine maskulin dominierte, immer noch steinzeitliche Krieger-Gesellschaft.

 

Diese Ausstellung zeigt Objekte nebeneinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: „Weibliche“ Wolle in den Händen einer Frau, die damit Werke zeitgenössischer Kunst schuf, ohne jemals an der Kunst ihrer Zeit interessiert oder gar zu Lebzeiten darin integriert gewesen zu sein, sowie „männliche“ Objekte einer Jahrtausende früher angesiedelten Kultur, die primär einem kriegerischen gesellschaftlichen Ritual dienten. Beide haben eines sichtlich gemeinsam: die Ursprünglichkeit – eine nicht durch Normen und Tendenzen beeinflusste künstlerische Produktion.

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