31.03.2011 – 25.9.2011

Runde, bunt glasierte Keramikskulptur mit abstrakten, mehrfarbigen Formen und Linien. Die Oberfläche ist stark verformt und eingedrückt, sodass eine unregelmäßige Struktur entsteht. Zu sehen sind leuchtende Farbfelder in Gelb, Rot, Grün und Blau sowie zwei schwarze, stilisierte Augenformen
© Gaston Chaissac, Ohne Titel, 1954, © VBK, Wien, 2011

Der französische Maler, leidenschaftliche Briefeschreiber und radikale Autodidakt Gaston Chaissac (1910–1964) griff auf alltägliche Objekte zurück, malte auf allen erdenklichen Trägern (Leinwand, Pappe, Stein, Holz, Wellblech) oder verwandelte Holzbretter in beeindruckende „Totems“. Seine künstlerische Suche ist jene nach einer Art von vollkommener Schlichtheit. Zeitlebens war Chaissac nicht in der Lage, seinen Lebensunterhalt durch seine Kunst zu bestreiten. Erst nach seinem Tod wurde er als bedeutender Künstler anerkannt und war mit rund 125 Werken, Zeichnungen, Collagen, Malereien, Skulpturen und seinen „Totems“ im museum gugging vertreten.

„Meine Zeichnungen verkörpern meine intimen Gedanken, meine Träume, meine Aspirationen, meine Enttäuschungen“, schrieb Gaston Chaissac 1939 an einen Förderer. Die in der Ausstellung gezeigten Werke stammen aus einer französischen Privatsammlung, jener der Tochter des Künstlers. Diese hatte den Vater noch in seiner Problematik, mit seiner Kunst die Familie nicht unterhalten zu können, erlebt. Bei Gelegenheitsarbeiten, wie dem Betreuen von Kühen auf einer Weide, schuf er auch viele der gezeigten Objekte aus Fundgegenständen der Umgebung. Bretter, Steine, verbeulte Bleche wurden zu spannenden Kunstwerken, die besonders Jean Dubuffet, einem seiner wenigen Sammler, beeinflussten.

Viele Exponate, vor allem Zeichnungen, waren im Rahmen der Präsentation erstmalig zu sehen.

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